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Abendritt
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Auf dem Weg zu sich selbst

Erfahrungen einer Wüstentour mit Israel Ariel

Bericht von Wolfgang Israel

Die letzte Kontrolle am Zoll in Scharm el Scheikh ist geschafft und am Ausgang der Airporthalle wartet bereits der bekannte Fahrer aus dem vorigen Jahr mit seinem Wagen, um die kleine Schar Reisewilliger der diesjährigen Tour in die Wüste einzuverleiben.

Kurze Begrüssung, Vornamen werden ausgetauscht und ein erster Eindruck von den übrigen Teilnehmern setzt sich fest. Zwei Wochen mit vier Frauen in der Wüste? Als Verstärkung wartet ja wenigstens Israel Ariel in Nuweiba im Sultana Hotel. Nach einigen Kilometern kann ich wenigstens schon die Namen auseinanderhalten und zuordnen: Uschi und Sabine, Gretl und Susanne.

Alle sind bereits erfahrene Wüstenreisende und schon oft mit Israel in verschiedenen Regionen des südlichen Sinai gewandert. Ich selbst bin zum dritten Mal dabei und komme mir schon fast wie ein alter Hase vor.

Die Begrüssung im Hotel fällt entsprechend herzlich aus, selbst Amr, der Hotelmanager ist bereits wie ein alter Bekannter. Beim Abendessen sind wir allein - trauriges Zeichen der letzten Anschläge in Dahab, Scharm El Scheikh und Taba, die die vielen Touristen vor allem aus Israel fast vollständig vertrieben haben und viele Hotelanlagen zu Geisterbehausungen verkommen lassen.

Dennoch ist die Stimmung in unserer kleinen Gruppe gut und eine gepflegte Flasche Rotwein lässt den politischen Alptraum schnell vergessen. Nach einem Akklimatisierungstag am Golf von Aqaba geht es am folgenden Tag mit unserem Bus zu erst einmal zu unserem Umschlagplatz am Rande der Wüste - an der Straße zum Katharinen Kloster, wo unser Gepäck auf den geländegängigen Toyota umgeladen wird.

Der erste Schritt in die Wüste ist gleichsam für mich ein Schritt “nach Hause”. Spontan fällt alles von mir ab. Die Sorge war gross nach gerade vor vier Wochen überstandener Leistenbruch Operation und einem wenige Tage zurückliegendem Bandscheibenvorfall die Tour überhaupt anzutreten. Aber meine Erfahrungen der letzten beiden Reisen mit Israel nährten meine Zuversicht, die richtige Endscheidung getroffen zu haben.

Nach gut zwei Stunden Fussmarsch erreichen wir ein Jahrtausende altes Gräberfeld aus Rundgräbern von ausgezeichnetem Erhaltungsgrad. Der scharfe eisige Wind, der von Norden heran weht, nötigt uns zu einem Windschutzwall aus Schlafmatten, damit wir unser erstes wohlschmeckendes Wüstenmahl zu uns nehmen können.

Mit viel Liebe zubereitet warteten frisches Gemüse, Feta-Käse, Eier und Wurstscheiben darauf von uns verzehrt zu werden. Höhepunkt sind jedesmal die von Israel aus seinem Garten in Jerusalem selbst geernteten und zubereiteten Oliven als Beilage.

Nach weiteren drei Stunden Marsch, endlang ausgetretener Kamelpfade, vorbei an Sandsteinorgeln, Dämonen, Fratzen, Äolsharfen und mystischen Formen windgeschliffener Skulpturen, erreichen wir unseren ersten Rastplatz. Die wuchtigen Sandsteinfelsen liegen schützend vor den immer noch heftigen Windböen, so dass die Nacht ruhig zu werden scheint.

Stille ist eingekehrt in manifestierte Erdgeschichte und nur der lautlose Flügelschlag des Saharasteinschmätzers scheint wahrnehmbar.

Die beiden letzten Stunden waren schon angefüllt mit verheissungsvoller Vorfreude auf die Kraft der Wüste, die bis ins Innere vordringt, alles durchdringt und wirksam wird.

Konventionen des Alltags sind zu Staub zerronnen und vermischen sich bis zur Unkenntlichkeit mit dem Wüstensand - oder werden vom Wind gleichsam hinfortgetragen, um von der nächsten Wanderdüne verschüttet zu werden.

Sultana-Hotelanlage
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Graeberfeld
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Steinschmaetzer

Das Lagerfeuer, das von Ibrahim längst angefacht und für die Zubereitung der allabendlichen warmen Köstlichkeiten unterhalten wird, lässt auch bei uns die uralte Sehnsucht nach dem wärmespendenden Feuer lebendig werden. Bei Temperaturen von 4 - 5 °C gewährt uns das von Israel mitgebrachte Beduinen Zelt zusätzlich Schutz.

Zwei Stunden später, gegen 20.00 Uhr übermannen uns die Kälte und die Müdigkeit und die erste der langen Wüstennächte beginnt. Kein Laut, kein Hauch, nur der eigene Herzschlag und ein ruhiger Atem sind spürbar.

Der nächste Morgen erwartet uns mit dem geliebten, köstlichen Frühstück, wie es nur von Israel auf seinen Touren täglich frisch gezaubert wird: Warmer Porridge mit köstlichsten Früchten, Datteln, Rosinen, Honig, Kokosnuss Raspeln und Zimt. 

Heute steht die Besteigung des Matamir auf dem Programm, was gleich bedeutend ist mit traumhaften Rundumblicken bis hinüber nach Saudi Arabien, den High Mountains und weit nach Norden zum nördlichen Baraqua. Der Aufstieg ist durch die sichere Ortskenntnis von Israel, den unfehlbaren Blick für die richtige Route und seine jahrelange Routine für alle in der Gruppe problemlos zu bewältigen. Bei schwierigeren Passagen vermittelt er die benötigte Sicherheit, um auch am Abgrund gefahrlos entlang zu hangeln.

Und plötzlich ist man wieder überwältigt von der Schönheit der Sandstein Formationen, der Erhabenheit der Felstürme, dem Formenreichtum und der Farbenvielfalt, die so intensiv wahrgenommen wird, dass es als Auslöser und Katalysator für eine Vielzahl anderer Wahrnehmungen und Gedanken fungiert.

Innere und äussere Freiheit ebnen den Nährboden für neues Gedankengut. Die Nähe zu “Mutter Erde” ist greifbar und Geologie und Evolution verschmelzen zu einer gedanklichen Einheit. Abhängigkeiten von Wesentlichem werden erkennbar, das Einordnen in ein Gesamtsystem zwingt sich auf.

Und dann die erste Geschichte des Tages: Auszug der Kinder Israels aus Ägypten. Erst der Bibeltext - passend zur Landschaft mit Moses Berg im Rücken - dann die Allegorie von Israel.

Abdallah-am-Feuer

The story of the Children of Israel: (Life Mitschnitt )

The children of Israel were slaves in Egypt for many years - for many many years. Many generations of slavery. And actually nothing happened. And as my grandmother always said: “For having a story, something has to be happen.” And what happened in the text is, that Good decided that they should go away from being slaves.

Look how it goes: First their was a thinking and then how to do it. First he has to bring to Moses that he had to be a leader, that he will be convinced or not convinced, but letting the children of Israel feel that they are slaves and they want to go out from one side and from the other side let the Egyptians go out.

Two powers - the children of Israel - and the Egyptians - Pharaoh! The story starts already that Pharaoh had kind of a feeling or paranoing that it will start this process. And to avoid it, or to not let it happen, he gives an order and the order was - every child that is born of the children of Israel, should be killed.

Now, this motive is coming again in the history during the period of King Herod, so this motives are coming again. The story said, that the mother of Moses before the child came it has an attack something very interesting that the father decided not to sleep with his wife because he doesn’t want a child. And the daughter of him said “you are worse than Pharaoh” and Pharaoh said that every child, every male that will be born he will kill, but now he will do it for both, also boys and also girls.

Moses comes to smuggle him away from this horrible order. T hey put him in a little boat on the Nile. And he was found by the house of Pharaoh, and they took him - that’s why he get the name Moshe - this means in Hebro- from the water I took you. And he grew in the house of Pharaoh.

Later on when he was grown up actually it starts the process, and how it starts? He was with the policeman that look after the children of Israel and he saw someone do something wrong and he was getting angry and he killed him and then he run away. And he run away to Hethro to the desert. And after it he came back to continue the convincing the two powers - one is Pharaoh to let the children of Israel go and the other one is the children of Israel agree to go, to realize and to want to go. So he got the power to be able to do it and he is doing it quite well and it comes the time when the children of Israel agree to go. And Pharaoh, because he got all the problems, he was convinced to let them go.

They are leaving, the children of Israel, they doesn’t know where they are going, but are leaving. And when they start to leave, after a while they couldn’t continue any more and the text says “ that they couldn’t go because the sea locked their way”. Totally locked their way. It is not that they could turn around - they are in a position that - in front of them the sea that closes the way - and behind them are the Egyptians they have decided to change their mind and they wanted the children of Israel back. So look, in such a position the children of Israel are existing. They didn’t know where to go. And in that situation, if you just can imagine the situation, God is cutting the sea and they could go by the dry in the middle of the sea to the other side. And then the Egyptians came and they went after them and the sea closed. And then came the party, the song of Miriam. Miriam is the sister of Moses. We have Moses, Aaron and his sister Miriam. Its a beautiful and a very dramatic story. And what is the allegory for it?

We can live many years being slaves. We make ourselves to be slave. And day after day, week after week, you know what will happen, yes you are slave, but you know what will be. You know what you have to do. And I can compare it if you are married to a man that once in a month he beats you. But beside of this you have a golden master card, and you have a good BMW - like things are clear. And once in a while you don’t go out because some red things around the eyes or something like this. And every time you say “Oh it hurts so”, but you don’t do any movement.

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Now to be able to realize that you are the one that is continuing it by agreeing to be. So that you are the one that makes yourself a slave. And in you you have these two powers. One power is the Egyptians and the other one is the children of Israel. It means - the Egyptians its the one that keeps you staying and gives you all the things and you are actually not doing anything to go out of it. Now if, because of, I don’t know - a good therapy - something happens that you find the courage in you. And look how long takes the process of Moses, until he is able to bring the children of Israel to realize that they want to move. It is a generation just to make it in focus how difficult it is to realize that I’m the one that makes myself a slave. Yes you can always blame him that he is speaking, but actually you are the one that keeps staying. You don’t do anything to change it. So if you decide to change it in you and you start to go out of the beautiful house you go into a future that you don’t know: In front of you the sea, it’s actually the sea of fears, that you have between you and the unknown future. And when you are in front of this sea of fears in front of you, at that moment it is still coming from inside of you - “may be, I should go back, may be its better there, where I know what will happen. I have enough money to live, I know what will be with the children and so one”. Everybody says “Oh no, don’t go”. All this will come in to this power in you that may bring you back to the position of slavery.

Now look how beautiful is this story. When you are able to go through the sea of fears, that you are going to the sea of fears, you are the one that is creating the way through this sea of fears to unknowing and you have the courage to go through there. The other power in you that wants to bring you back to the position you are, he will be drawing you into this sea. He wouldn’t come with you to the other side, because if you cross this sea of fears it will draw behind you. You make first steps into the process of freedom. Now in that moment you did it - it’s a party it’s a reason to sing, but it is a beginning, because we know that the whole process to go from being slave to the promised land, that this is freedom. You still need to go forty years through the desert, which means, you still have to go through the process that you are able to leave with freedom. Yes you make the first steps - you went out of it. But to be able to leave free it still works with you.

You know when in front of you are several places to climb you must first know from where you came and then you know where you want to climb up.

That’s why my grandmother always said: “If you are able to ask from where you come you may find a way where you want to go”.

Himmelsstrahlen

Wie ordnet man die soeben gehörte Allegorie ein? Irgendwie hat mich die Geschichte schon berührt. Oder will sie mir sogar mehr sagen, als ich mir in diesem Moment eingestehe? Wie nah kann ich das Gehörte überhaupt an mich heranlassen? Ich spüre, dass die Folge unweigerlich eine innere persönliche Auseinandersetzung mit mir und meinem jetzigen Leben zur Folge hätte. Nun gut – abwarten wie sich die Sache weiterentwickelt.

Nach kurzer Rast geht es weiter den Matamir empor, immer im sicheren Fahrwasser von Israel. Der Sandstein ist hier vor allem in den äußersten Randzonen mit Vorsicht zu genießen. Von außen anscheinend fest und durch seine raue Oberfläche auch sehr trittsicher, aber Vorsicht – zu leicht kann er sich auch als ein Macho-Stein entpuppen – außen harte, raue Schale und innen ein total brüchiger Kern.

Dann weist Israel uns plötzlich auf eine liebliche Frauengestalt hin – in Fels gehauen, vom Wind geformt. Kurz darauf eine weitere! Sein Blick für die weiblichen Formen im Sandstein ist geübt und seine Fantasie fügt ein Übriges hinzu. Meine kategorische Antwort: „I see only sandstones“

Der Blick am heutigen Tage ist überwältigend. Tatsächlich tauchen am Horizont gut sichtbar die Berge der Saudi Arabischen Halbinsel auf. Der Bereich um den Moses Berg ist in der Nacht mit einer weissen Schneehaube bedeckt worden. Später erfahren wir, dass es in Jerusalem geschneit hat. Kein Wunder, dass die Nacht so kalt war und der Wind so eisig ist

Der Blick nach Norden fällt auf einen Höhenzug mit Kalkstein- Formationen an oberster Stelle; über dem darunter liegenden Sandstein. Schon schweifen die Gedanken wieder ab in eine andere Zeit, in geologische und erdgeschichtliche Zeiträume. Kalkstein on top, das bedeutet, dass hier im Erdmittelalter zur Zeit des hier vorhandenen Urmeeres vor gut 100 Millionen Jahren der gesamte Bereich für Jahrmillionen als Meer ausgebildet war. Gleichzeitig bedeutet der Sandstein darunter aber auch, das Äonen vorher bereits dieser Sand aus Erosionsvorgängen wiederum aus seinem kristallinen Vorgängergestein entstanden und im Laufe der Erdgeschichte aufgetürmt und verfestigt wurde. Und wir stehen hier – für 10 Tage – und meinen, dass es für einen nicht immer ganz komfortablen Wüstenaufenthalt schon ziemlich lang sei. Welch Unterschied in den Zeitdimensionen!

Wo stehen wir in diesem System und wie kann ich das für mich einordnen? Nehmen wir uns angesichts dieser Dimensionen nicht viel zu wichtig? Wann wird aus mir eines dieser Sandkörner werden, wenn ich zu Staub verfallen bin – nun vielleicht nicht gerade zu Sand, da mein Körper keinen besonders hohen Anteil an Siliziumdioxid hat, aber sicher auf Grund des Calciumgehaltes der Knochen dann eher den Kalksteinformationen zuzuordnen sein wird.

Die Wüste gibt mir die Chance mich einzuordnen, über Dinge nachzudenken, die im Alltag in aller Regel verschluckt werden und gar nicht erst an die Oberfläche gelangen. Das macht sie für mich zu einem besonderen Ort der Entspannung, der Reinigung und der Klärung.

Der Abstieg erfolgt Gedankenversunken und gleichzeitig noch tief beeindruckt von dem gewaltigen Panorama, welches der Gipfelblick für uns freigelegt hatte.

Während des Rückweges zu unserem Lagerplatz begegnen uns einige Beduinen Frauen, die sofort ihren „Basar“ vom Kopf nehmen und uns ihre kleinen Kostbarkeiten darbieten. Noch vor 30 Jahren, vor der Zeit der Israelischen Besatzung des Sinai, war es Aufgabe der Frauen sich um eine Herde von gut dreissig bis vierzig Ziegen und Schafe zu kümmern, mit all den übrigen Arbeiten, die für nomadisierende Beduinen tagtäglich anfallen. Heutzutage gibt es nurmehr wenige Tiere, die eine sesshafte Ansiedlung in der Wüste bei dem spärlichen Futterangebot überhaupt ermöglichen. Die Haupteinnahmequelle sind die Touristen geworden, und somit zieht es die Beduinen immer mehr in die Nähe der wenigen Straßen des Sinai, die noch von den Israelis angelegt wurden. Die Folgen für die sozialen Strukturen innerhalb der Familien ist noch gar nicht abzusehen. Die traditionellen Aufgaben der Frauen sind fast vollständig weg gebrochen.

Abends am Feuer gibt es eine neue Geschichte über den brennenden Busch und seine Flammenlodernden Empfindungen und Emotionen, die jeder für sich behalten kann.

An dieser Stelle sei darauf hingewiesen, das weitere Originalgeschichten nur vor Ort und nur vom Autor selbst erfahren werden können – also, wer mehr erfahren möchte, muss sich auf eine Reise in den Sinai mit Israel Ariel aufmachen.

Die nächsten Tage lassen immer wieder Raum für neue Gedanken frei und die Stille der Wüste mit ihrer Eindringlichkeit ermöglicht diesen Freiraum für mich selbst.

Was hast Du in Deinem Leben bisher gemacht? Was wirst Du in Zukunft machen und wie kann Dein Leben weiter ausgefüllt werden? Diese und ähnliche Fragen kommen automatisch und eine kritische Auseinandersetzung mit sich selbst ist nie verkehrt.

Dazu immer wieder die Allegorien von Israel, die aufs Neue in Dimensionen des Innenlebens vorstoßen, die sonst nicht freiliegen. „Break down your inner walls“ als Fall der Mauern von Jericho ist nur eine von vielen Anregungen, die wir auf unserer Tour mitbekommen.

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Matamir-Aufstieg
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Israel-+-Sandsteinvogel
Aida

An manchen Tagen bin ich skeptisch, ob ich als Eindringling in das Leben der Beduinen, nicht gleichzeitig zu viel ihrer Identität zerstöre. Ein Schwanken zwischen Segen und Fluch des modernen Tourismus mit all seinen Auswirkungen. Besonders zwiespältig sind die Situationen, wo ich mit meiner Kamera Bilder einfangen möchte, die aus fotografischer Sicht ungeheuer spannend und aufregend sind, aber gleichzeitig die Schwelle zur Intimität jedes Einzelnen überschreiten können – besonders wenn es darum geht, Beduinen Frauen zu fotografieren. Aus diesem Grunde habe ich eine unscheinbare kleine zweite Kamera mit, die es mir dennoch erlaubt Formatfüllende Aufnahmen aus grosser Entfernung zu machen, um die gebührende Distanz zu wahren.

Als nach gut einer Woche in der zweiten Hälfte der Reise die Kamele mit ihren beduinischen Begleitern zu uns stoßen, wird es etwas lebendiger in unserer Gruppe. Die Erfahrung mit den Kamelen lässt für mich jedoch die Einheit zwischen Wüste, Mensch und Tier deutlich werden. Ohne diese majestätischen Tiere wäre ein Überleben in der Wüste früher gar nicht denkbar. Die Anpassung dieser Spezies an das Klima, den Untergrund und die Wasserknappheit ist so perfekt, dass ich dieses nur mit allergrößter Hochachtung vor der Schöpfung zur Kenntnis nehmen kann.

Die Tage vergehen schneller, als erwartet und jeder bringt neue, tiefe Eindrücke oder Erlebnisse. Die Rückkehr in den Alltag wird aus weiser Erfahrung von Israel so geplant, dass wir uns in unserem einfachen, aber gemütlichen Hotel in Nuweiba noch einen ganzen Tag akklimatisieren können, bevor uns auf dem Flughafen von Scharm El Scheikh der blanke Pauschaltourismus wieder einfängt.

Wie lange kann ich den ein oder anderen Gedanken, der mich während des Wüstenaufenthaltes bewegt hat, mit in den Alltag hinüberretten? Wie weit hat mich die Wüste verändert – in jedem Fall bin ich als ein Anderer herausgekommen, als hineingegangen.

Allein dafür sage ich Dir, lieber Israel, ein herzliches Dankeschön!

Akazie-1

www.desert-experience.de